Hands-on-Test: Samsung Galaxy Ace – Budget-Android-Smartphone mit 3,5-Zoll-Display

Im : Das von wird mit Android ausgeliefert und besitzt einen 3,5-Zoll-Bildschirm. Das Smartphone wird derzeit für rund 200 Euro gehandelt und bietet an sich alles, was man von einem Smartphone erwartet. Einsteiger können mit dem Ace die ersten Gehversuche wagen, High-End-Verwöhnte sollten Leidensfähigkeit mit in die Waagschale werfen. Doch keine Angst, das Ace ist an sich ein sehr solides Gerät zu einem fairen Preis. (Lars Craemer, 22.07.2011)
 
Samsung Galaxy Ace (12)
 

Samsung Galaxy Ace (12) [Quelle: siehe Bildergalerie]

Das Galaxy Ace (GT- S5830) ist quasi der kleine Bruder des Galaxy S, allerdings basiert der verbaute 3,5-Zoll-Bildschirm auf herkömmlicher TFT-Technik und ist dem AMOLED-Modelle der großen Brüder Galaxy S und Galaxy S2 sowie dem iPhone 4 mit Retina-Technik deutlich überlegen. Die darstellbare Auflösung liegt mit 480 x 320 Bildpunkten am unteren Ende der derzeitigen Smartphone-Skala. Gleiches gilt allerdings auch für den Preis, denn für rund 200 Euro bekommt man derzeit kaum ein Budget-Smartphone mit ähnlicher Ausstattung.

Samsung Galaxy Ace – Design, Abmessungen und Gewicht
Das Budget-Android-Smartphone von Samsung erinnert auf den ersten Blick stark an das iPhone 4 von Apple, auch eine Ähnlichkeit zum Galaxy S ist deutlich erkennbar. Auf der Vorderseite erfreut den Käufer schlichte Eleganz, unterhalb des Bildschirms finden Sie einen gerahmten Home-Button. Rechts daneben liegt die berührungsempfindliche „Zurück“-Schaltfläche, links neben dem Homebutton befindet sich die Knöpfe für den „Menü“-Befehl. Die Schaltflächen besitzen eine edle Rückbeleuchtung, diese schaltet sich aber bei Inaktivität nach fünf Sekunden aus. Der Lautsprecher befindet sich am oberen Rand hinter einem silbernen Gitter.

Die Seiten des Galaxy Ace sind zwar ansprechend gefertigt, besitzen aber deutlich mehr „Plastikcharme“ als die Vorder- und Rückseite des Galaxy Ace. Rechts im Rahmen sind der microSD-Kartenslot und Power-Schalter untergebracht, im linken Rahmen befindet sich die Lautstärkewippe. Oben liegt der USB-Anschluss samt Staubschutz und ein 3,5-Zoll-Klinkenstecker, unten ziert den Rahmen nur die Mikrofon-Öffnung.

Die Rückseite des Galaxy Ace ist überraschend hochwertig, eine gummiartige Rückseite mit feiner Riffelung bietet deutlich mehr Halt als bei den High-End-Geräten Galaxy S und Galaxy S2, darüber hinaus ist die 5-Megapixel-Kamera mit einem Silberring eingefasst – darunter liegt eine LED-Beleuchtung. Ein Manko, welches auch die beiden großen Brüder teilen: Der Lautsprecher für den Klingelton ist hinter einem Schutzbügel auf der Rückseite, wenn Sie das Smartphone mit dem Rücken auf eine stoffartige Oberfläche legen, hören Sie so gut wie keinen Ton mehr. Spätestens wenn Sie das erste Mal den Arbeitsbeginn verschlafen haben, werden Sie darauf achten, mit welcher Seite das Galaxy Ace auf einer weichen Oberfläche liegt.

Mit 112,4 x 59,9 x 11,5 Millimeter ist das Galaxy S zwar etwas kürzer als das iPhone 4, dafür aber auch ein wenig breiter und dicker – beide Geräte besitzen einen 3,5-Zoll-Bildschirm. Das Galaxy Ace liegt aber wesentlich besser in der Hand als die iPhone-Konkurrenz, auch die großen Brüder Galaxy S und Galaxy S2 können sich eine Scheibe beim Galaxy Ace abschneiden. Das Gerät ist sehr gut für kleinere Hände geeignet. Mit rund 113 Gramm ist das Samsung-Smartphone auch relativ leicht. Unterm Strich stört zwar der Plastikrahmen den guten Gesamteindruck etwas, aber für die Preisklasse ist die Gestaltung und die Verarbeitung des Geräts top – leider verzichtet Samsung auf einen physikalischen Kamera-Auslöser im Rahmen des Geräts.

Samsung Galaxy Ace – die Hardware in der Praxis
Der erste Blick fällt beim Galaxy Ace im wahrsten Sinne des Wortes auf den 3,5-Zoll-Bildschirm unter dem Gorilla Glas. Dieser stellt Inhalte mit einer Auflösung von 480 x 320 Bildpunkten dar. Das Display ist der Preisklasse entsprechend, Webseiten sind allerdings nur im Zoom gut lesbar und auch die Farbintensität ist eher mau; dafür sind die Kontraste ganz ordentlich. Bei starker Sonneneinstrahlung hilft aber auch die maximale Helligkeitseinstellung nicht weiter. Bei schnellen Wischbewegungen, mit denen man die Icons auf dem Bildschirm „beschleunigt“, sind ganz deutlich Schlieren erkennbar. Das Display rangiert im unteren Mittelfeld der aktuellen Smartphone-Angebote, ist aber für den Preis noch akzeptabel.

Der Prozessor des Ace taktet mit 800 MHz etwas langesamer als die CPU im Galaxy S, diesen Unterschied merkt man allerdings deutlich. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Ace nur 384 MByte Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen, von denen auch nur 278 MByte genutzt werden können. Auch die CPU-Hardware (MSM7227) und die GPU (Adreno 200) sind den derzeitigen 1-GHz-Modellen unterlegen. Die fehlende Power macht sich vor allem beim Scrollen durch eine große Kontaktliste bemerkbar, aber auch Webseiten ruckeln manchmal nervig. In Google Maps scheint die Hardware allerdings keine großen Probleme zu haben. Der Käufer kann sich mit der Leistung des Geräts arrangieren, sie liegt ohnehin deutlich über der Leistungsentfaltung der letzten Budget-Generation. Für Einsteiger akzeptabel, Umsteiger von einem High-End-Gerät werden jedoch eine Portion Leidensfähigkeit an den Tag legen müssen.

Nicht nur der Arbeitsspeicher ist mit effektiven 278 MByte begrenzt, auch der Speicherplatz auf dem Gerät ist mit effektiv 150 MByte ebenfalls beschränkt. Ohne eingelegte microSD-Karte verweigert die Kamera den Dienst – im Lieferumfang ist ein 2-GByte-Modell enthalten.

Als einzige Kamera verbaut Samsung ein 5-Megapixel-Modell, trotz der Budget-Ausrichtung des Ace sind die Ergebnisse teilweise beachtlich und auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann man die Kamera noch als gut bezeichnen – in dieser Preisklasse durchaus eine Überraschung. Das Ace liefert eine maximale Bildauflösung von 2.560 x 1.920 Bildpunkten. Eine Schattenseite ist allerdings die Videofunktion: Videos werden mit pixeligen 320 × 240 Bildpunkten aufgenommen und die Videos ruckeln teilweise mit 15 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Wenn Sie die Wahl haben, verzichten Sie einfach auf die Videofunktion.

Das Galaxy Ace besitzt auch ein WLAN-Modul mit n-Kompatibilität, die Empfangsleistung und Reichweite ist außerordentlich gut. Als Akku verwendet Samsung ein 1.350-mAh-Modell. Die Ausbeute ist trotz der relativ geringen Leistung ausgesprochen gut und mit ein wenig Umsicht hält der Akku rund zwei Tage. Wenn man viel spielt und Videos schaut, ist allerdings nach einem Tag Schicht. Auch der A-GPS-Sensor ist beim Ace durchaus gut, im Gegensatz zum Galaxy S oder Galaxy S2 hatten wir schon nach kurzer Zeit ein brauchbares und halbwegs genaues Signal. Ob wir bei unseren Tests nur Glück hatten, lässt sich in der Kürze nicht genau beantworten – bei allen Suchanfragen reagierte das Ace aber prompt und gut.

Als MP3-Player macht das Ace bestenfalls eine gute Figur, allerdings sind hier qualitativ hochwertige Kopfhörer Pflicht. Auch an der heimischen Anlage muss sich das Smartphone als Musikquelle nicht verstecken. Ebenfalls enthalten ist eine Radio-Funktion (RDS), dabei fungiert das Headset als Antenne. Wir hatten in unserer abgelegenen Testecke keinen besonders guten Empfang, an anderen Stellen ist die Qualität aber gut. Gleiches gilt für die Gesprächsqualität, bei unseren Tests wurde kein Gespräch unterbrochen und der Gegenüber war immer gut verständlich – nur ein Gespräch verlief mit einem seltsamen Grundrauschen.

Android in der 2.2.1-Version (Froyo) läuft größtenteils flüssig und gut, allerdings fehlt derzeit noch Flash-Unterstützung. Samsung hat bereits ein Update auf Android 2.3 (Gingerbread) angekündigt, dies soll innerhalb der nächsten Wochen verfügbar sein. Als Oberfläche wird TouchWIZ 3.0 verwendet – Geschmackssache. Bluetooth 2.1 (A2DP) und DLNA runden die Feature-Liste des Galaxy Ace ab.

Fazit: Samsung Galaxy Ace – gelungener Budget-Android
Die Rahmen aus Plastik trübt den ansonsten sehr guten Design-Eindruck des Galaxy Ace etwas, das Smartphone liegt allerdings sehr gut in der Hand und es eignet sich als Handy für den tagtäglichen Einsatz. Vor allem Einsteiger mit schmalerem Geldbeutel sollten sich das Ace genauer anschauen – immerhin sind alle wichtigen Funktionen vorhanden und auf Basis der Erfahrungen mit dem Ace kann man später seine Smartphone-Wünsche für das Nachfolge-Gerät deutlich besser eingrenzen. Pluspunkte sind sicherlich die Kamera, das Design und die kompakte Bauform des Smartphones. Die Akkulaufzeit und die Geschwindigkeit in dieser Preisklasse haben uns ebenfalls positiv überrascht. Die geringe Auflösung des Displays und die nahezu unbrauchbare Video-Funktion trüben den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck des Galaxy Ace ein wenig.

Quelle: PCGH